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Imagologie des Fremden: Die gegenseitige Wahrnehmung von Osmanen, Tataren und Polen (vom letzten Drittel des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts)

Prof. Dr. Stephan Conermann

In diesem Projekt soll aufgezeigt werden, wie in
osmanischen, krimtatarischen und polnischen Quellen in der
Zeit vom Ende des 16. bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts
jenseits der jeweiligen machtpolitischen Prämissen Freund
bzw. Feind – die Seiten wurden ständig gewechselt – gesehen
wurde bzw. gesehen werden sollte. Interessant ist hierbei
vor allem, sowohl die Wahrnehmung von Angehörigen der
gleichen Religion wie auch die Perzeption von „Ungläubigen“
in ihren narrativen Verarbeitungen zu untersuchen. Zur
Verfügung steht uns neben vielen osmanischen, tatarischen
und polnischen historiographischen Texten, Urkunden und
Dokumenten auch eine Reihe bemerkenswerter Reise- und
Gesandtschaftsberichte. Unter Berücksichtigung der
mittlerweile recht umfangreichen Historiographie-,
Alteritäts- und Reiseliteraturforschung ist dieses Material
auszuwerten, wobei die Frage im Mittelpunkt unseres
Interesses steht, inwieweit die zu untersuchenden Texte
bewusst oder unbewusst der Sinn- und Identitätsbildung der
jeweiligen Gruppe dienten. Letztlich geht es bei diesem
Vorhaben darum, wissenschaftlich darüber nachzudenken, wie
groß der imagologische (ostmitteleuropäische, osmanische,
krimtatarische) Spielraum bei dem Umgang mit vermeintlich
ganz anderen Kulturen in der Frühen Neuzeit gewesen ist.

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